Peenemünder Konzerte

Beifallsstürme am besonderen Ort: Friedenszeichen in Peenemünde

Die Peenemünder Konzerte wurden von Usedomer Musikfestival, Norddeutschem Rundfunk und Historisch-Technischem Museum Peenemünde ins Leben gerufen. Sie erzeugen Energie für eine besondere Mission: wo früher Raketen entwickelt und getestet wurden, tost nun der Applaus. Im „Dritten Reich“ wurde in den damaligen Versuchsanstalten des Heeres und der Luftwaffe Peenemünde an der Entwicklung von „Geheimwaffen“ gearbeitet – darunter das Aggregat 4 („V2“), die erste Großrakete der Welt. Sie brachte den Tod für viele tausend Menschen, mit ihr gelang aber auch der erste erfolgreiche Start in den Weltraum. Die Ambivalenz der Entwicklung und Nutzung modernster Technik wird in Peenemünde deutlich wie an kaum einem anderen Ort. Heute ist Peenemünde mit dem Museum im Kraftwerk, Kulturveranstaltungen, Sonderausstellungen, Projekttagen, Workshops und Workcamps ein Ort internationaler Begegnung und Friedenspädagogik. Einmalig in der deutschen Museums- und Festivallandschaft sind die Peenemünder Konzerte. Sie spüren den großen Menschheitsthemen von Krieg und FriedenFreiheit, Liebe und Leben nach, zu denen der ambivalente Ort verpflichtet. International beachtet, begann die Reihe am 28. September 2002: Unter der Leitung von Mstislaw Rostropowitsch und mit über 250 beteiligten Musikern erklang Benjamin Brittens „War Requiem“ in der Turbinenhalle des früheren Kraftwerks. Seitdem konnten Dirigenten von Weltrang verpflichtet werden: Krzysztof Penderecki (2003), Christoph von Dohnányi (2004), Esa-Pekka Salonen (2005), Alan Gilbert (2006), Andris Nelsons (2007), Thomas Dausgaard (2008), Christoph Eschenbach, Neeme Järvi (2010), Kurt Masur † (2012 und 2013) und Neeme, Paavo und Kristjan Järvi (2013), Krzysztof Penderecki (2014) und Thomas Hengelbrock (2015) befestigten den hohen musikalischen Anspruch der Peenemünder Konzerte.