Musik rund um die Ostsee

Usedomer Musikfestival - Klingendes Podium der Ostsee

Das Usedomer Musikfestival verschreibt sich seit 1994 der Kunst rund um die Ostsee: Drei Wochen lang von September bis Oktober locken die einzigartigen Klänge unserer jährlich wechselnden Gastländer – Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland oder Schweden – bis zu 14.000 Besucher auf die Sonneninsel Usedom. In uralten Kirchen, malerisch gelegenen Schlössern und Villen, in Galerien sowie kaiserzeitlichen Hotels setzt das Usedomer Musikfestival die musikalischen Reichtümer der Länder und Regionen, die das Meer verbindet, an den aufregendsten Festivalorten Usedoms in Szene: Seien es Mecklenburg-Vorpommerns größtes Industriedenkmal, das Historische Kraftwerk in Peenemünde oder die prachtvollen Bauten der Kaiserbäder.

Kleine Staaten erhalten dabei genauso viel Raum wie große. Litauen oder Estland müssen nicht zurückstehen hinter Russland oder Schweden. Vielseitige und spannende Musikprogramme umrahmt von Kunstausstellungen, Vorträgen und Lesungen reflektieren dann auch die eigene Kultur und Befindlichkeit im Spiegel des Anderen. Festivalmusik überwindet so geografische, historische und kulturelle Grenzen und verbindet Menschen über Länder und Generationen hinweg. Beispielhaft steht hierfür die langjährige Kooperation zwischen Polen und Deutschland. Orchestergastspiele in der Stadt Swinemünde und Workshops in der dortigen Musikschule führen beide Länder auch künstlerisch zusammen.

Das völkerverbindende Engagement des Usedomer Musikfestivals wurde bereits durch zahlreiche Preise gewürdigt: 2007 mit dem Tryton Kulturpreis der Stadt Swinoujscie, 2012 erhielt das von Usedomer Musikfestival und der Nord Stream AG initiierte multinationale Orchester Baltic Sea Youth Philharmonic die Ehrung „Ausgezeichneter Ort – Im Land der Ideen“, 2015 erhielt das Orchester als Botschafter des Ostseeraums den Europäischen Kulturpreis und in den Jahren 2015/16 trägt das Usedomer Musikfestival das EFFE-Gütesiegel der Europäischen Union für sein „künstlerisches und gesellschaftliches Engagement mit internationaler und globaler Perspektive“. 

Namhafte Interpreten aus aller Welt führte das auf Deutschlands östlichste Insel, doch die Spitzenkünstler der Gastländer dominieren: Die Dirigentendynastie Järvi mit Neeme, Paavo und Kristjan Järvi für Estland, Thomas Sanderling und das Philharmonische Orchester Novosibirsk für Russland, die Sänger von Lumen Valo und Oli Mustonen für Finnland, Bo Skovhus für Dänemark, Baiba Skride als Artists in residence für Dänemark, Violeta Urmana und David Geringas für Litauen, Krzysztof Penderecki für Polen und viele mehr. Mit dem Dänen Bent Sørensen, dem Litauer Anatolijus Šenderovas und dem Letten Pēteris Vasks konnten Künstler von internationalem Renommee als Composer in residence gewonnen werden. Dirigentenlegende Kurt Masur (†) war erster Schirmherr des Festivals und von 2012 bis 2014 als Dirigent, Besucher und Pädagoge regelmäßig beim Usedomer Musikfestival und auf der Insel Usedom.

Das Usedomer Musikfestival zählt zu den wichtigsten Terminen im musikalischen Kalender Deutschlands und hat entscheidend dazu beigetragen, der Insel Usedom ein neues Selbstverständnis zu verleihen.

Financial Times, September 2007