Usedomer Musikfestival - Podium der Ostsee

Das Usedomer Musikfestival zählt zu den wichtigsten Terminen im musikalischen Kalender Deutschlands und hat entscheidend dazu beigetragen, der Insel Usedom ein neues Selbstverständnis zu verleihen.

Financial Times, September 2007

 

Usedomer Musikfestival: Um die Ostsee, Land für Land

Das Usedomer Musikfestival findet auf Usedom, Deutschlands östlichster Insel, statt und widmet sich der Kunst des Ostseeraums. Jedes Jahr wird eines der zehn Länder, die das Meer umgeben, drei Wochen lang exklusiv vorgestellt. Dabei bekommen große Länder genauso viel Raum wie kleine. Litauen oder Estland müssen nicht zurückstehen hinter Russland oder Schweden. Vom dritten Septemberwochenende bis zum zweiten Oktoberwochenende erklingt in Kirchen, Schlössern, Villen, Galerien, Hotelsälen auf der gesamten Insel Musik des jeweiligen Schwerpunktlandes. Namhafte Interpreten aus aller Welt treten hier auf, doch die Spitzenkünstler des jährlich wechselnden Gastlandes dominieren. So wurde Finnland durch den Pianisten Olli Mustonen, Dänemark durch den Bariton Bo Skovhus und Lettland durch die Geigerin Baiba Skride als Artist in residence vertreten. Kammermusik und Sinfoniekonzerte bestimmen das Programm. Sie werden ergänzt durch Jazz, Folklore und experimentelle Musik mit Erstaufführungen und Auftragswerken. Mit dem Dänen Bent Sørensen, dem Litauer Anatolijus Šenderovas und dem Letten Pēteris Vasks konnten Künstler von internationalem Renommee als Composer in residence gewonnen werden. Kunstaustellungen, Vorträge und Lesungen vertiefen die Vorstellung des Gastlandes.

 

Eine Insel – zwei Staaten: Die Kooperation mit Polen

Das Usedomer Musikfestival findet in zwei Ländern statt. Die Insel verbindet Deutschland und Polen geographisch. Orchestergastspiele in der Stadt Swinemünde und Workshops in der dortigen Musikschule führen beide Länder auch künstlerisch zusammen. Durch Konzerte in Cammin, Wollin und Stettin wurde das weitere polnische Umland in den Veranstaltungsraum einbezogen. Darüber hinaus stand Polen bereits zweimal thematisch im Zentrum des Festivals. Für das kulturelle Engagement erhielt das Usedomer Musikfestival im Februar 2007 den TRYTON-Preis der Stadt Swinemünde in der Kategorie „Bildung, Kultur und Sport“.

 

Die Peenemünder Konzerte

Die Peenemünder Konzerte sind eine gemeinsame Reihe des Usedomer Musikfestivals und des Norddeutschen Rundfunks. Mit ihnen wurde das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt neu in Besitz genommen. Wo einst das größte Rüstungsprojekt des Nationalsozialismus mit der Entwicklung der V2-Raketen umgesetzt wurde, ist Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ort des Gedenkens entstanden. Die Programme der Peenemünder Konzerte suchen den Zusammenhang mit der Geschichte dessen, was von Peenemünde ausging. International beachtet, begann die Reihe am 28. September 2002: Unter der Leitung von Mstislaw Rostropowitsch und mit über 250 beteiligten Musikern erklang Benjamin Brittens „War Requiem“ in der Turbinenhalle des früheren Kraftwerks. Seitdem konnten exzellente Gastdirigenten verpflichtet werden: Krzysztof Penderecki (2003), Christoph von Dohnányi (2004), Esa-Pekka Salonen (2005), Alan Gilbert (2006), Andris Nelsons (2007), Thomas Dausgaard (2008), Christoph Eschenbach (2009) befestigten den hohen musikalischen Anspruch der Peenemünder Konzerte.

 

Junges Usedomer Musikfestival

Das Usedomer Musikfestival setzt sich in großem Umfang für den musikalischen Nachwuchs ein. Neben dem eigenen Jugendorchster unterstützt es zahlreiche weitere junge Talente. In den letzten Jahren konnte auch das Engagement für Kinder und Jugendliche vor Ort vertieft werden. Lesen Sie mehr...